Stephii zwischen Hummer und Extrawustverpackungen

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Rentier im Skansen

Ich werde immer wieder gefragt, warum denn Schweden? Ich sag dann immer, weil es ein total cooles Land ist. Aber irgendwie wirkt es so, als ob diese Aussage ‚nicht reicht‘. Jeder der schon mal da war, kennt den Flair, der einen sofort verzaubert:

Die süßen kleinen Vintage Shops, die lieben Verpackungen in den Geschäften, die vorbildhafte Herangehensweise an umweltbewusstes Handeln, stilvoll eingerichtete Kaffeehäuser an jeder Ecke mit Refill-Möglichkeit und zu guter Letzt, diese süßen Elchmotive auf allem und überall!

Aber in Schweden ist es ja kalt und ur teuer!

JA, es ist kalt in Schweden. Ich hab schon gut ein Drittel meiner gesamten warmen Kleidung angehabt, von jedem Stück jeweils 2 seiner Art, übereinander, ungeachtet obs zusammenpasst. Aber andererseits draußen liegt Schnee, es ist zwar nicht so viel, wie man in Schweden gewohnt ist, aber es ist jener Winter, den wir daheim schon vermisst haben. Außerdem kann man dann coole Winteraktivitäten, wie zB eine Schlittenhundfahrt machen.

Und ja Schweden ist teuer, bei Alkohol, bei besonders guten Schmankerl und beim Essen gehen. Im Supermarkt sind die Preise mit denen bei uns zu vergleichen, teilweise bin ich sehr positiv überrascht. Zum Beispiel hat unser Silvester-Hummer(350g) mit 74 SEK nur knapp 8 Euro gekostet. Den MUSSTE ich ausprobieren.

Wenn man so die Gassen entlang schlendert, fällt der Blick immer wieder in kleine, mit Liebe eingerichtete Restaurants mit schmackhaft angerichteten Speisen. Doch wenn man den Preis mit der Portionsgröße vergleicht, geht man schnell wieder weiter und stattet sich in einem der großen und vielfältigen Supermärkte aus.

Jetzt bin ich schon einige Tage hier in Stockholm, und kann alles bestätigen, was ich im Zuge meiner Vorbereitung über die Schweden gelernt habe. Beispiele: Für alles und überall stellt man sich an; im Eingangsbereich MUSS ein roter Teppich her, und und und.

Das Vorurteil, alle Schweden sind blond gilt in Stockholm jetzt mal so was von gar nicht. Mags jetzt an der statistisch gesehen wirklich niedrigen Zahl an blonden Schöpfen von 20% der Bevölkerung, oder am Multikulti-Faktor der Großstadt liegen.

Was ich in den letzten Tagen am Liebsten gemacht habe, war im Supermarkt einkaufen. In einem fremden Land durch jedes Regal wandern und gleiche, neue, andere, bessere, teurere, billigere und schönere Produkte ausfindig zu machen. Was mir in Schweden ein Schmunzeln gekostet hat, sind die „Extrawurst“-Verpackungen. In Plastik zu einer Form wie eine Extrawurststange werden Marmelade, Bohnensuppe, Rindsgulasch und verschiedene andere zähe Flüssigkeiten (deren Identität mir nicht ganz klar ist, dazu kommt die Sprachbarriere) gelagert und verkauft.

Ob ich mich je an den fantastischen Anblick von frischem Fisch, Garnelen, Muscheln, Hummer & Co in der gleichen Vielfalt wie alles andere im Supermarkt um die Ecke gewöhnen kann, ohne dass mein Herz einen riesen Sprung macht – ich weiß nicht 😉

Aber Einkaufen ist nicht ganz so einfach: kleinere Probleme an der Express-Selbstbedienungskassa und eine Einsperrung im Süßigkeiten-Laden gehören dazu. Im Ernst, einige der Ausgangstüren in Schweden haben so ein Schnappal ober der Klinke, ohne der man nicht ins Freie kommt. Da kommt schon der Gedanke, dass man eingesperrt wurde. Aber die Kassiererin war so freundlich und hat uns die Tür mit einem Schmunzeln im Gesicht wieder geöffnet.

Zum Schluss möchte ich noch kurz über Silvester berichten. Da an diesem Abend und auch am Neujahrstag viele Restaurants geschlossen haben, und die wenigen offenen, die ein Silvestermenü um 100Euro plus pro Person anbieten, eh großteils ausgebucht bzw. erst nach einer halben Stunde Anstellen zu betreten wären, haben wir selbst gekocht. Der eigentliche Auslöser war der Hummer im Lidl, der unsere Neugierde geweckt hat. Lobster ist eines der traditionellen Silvestermenüs und war deshalb ein MUSS für uns.

Ein großer Bereich in der ein wenig höheren Innenstadt Södermalm wurde abgesperrt und für die Feuerwerksbesichtigung zur Verfügung gestellt. Dabei war ich von der Organisation begeistert, von der Tunnelbana-Station wurde man zum Eingang geleitet und auf Feuerwerkskörper untersucht. Genügend Sicherheitspersonal wurde zur Verfügung gestellt und lieber mehr als wenig abgezäunt. So hatte man einen guten Blick auf alle Feuerwerke der Stadt, von jeder Richtung. Außerdem wurde die „Wartezeit“ aufs neue Jahr mit Musikern versüßt. In allem ein gelungener Abend.

Wünsche euch ein schönes neues Jahr!

Bis bald! / Vi ses!

Kyss kyss,

Eure Stephanie

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